Verbraucherschutz
Die Radiofrequenz-Identifikation dient nicht allein der Wertschöpfung. Gerade für den Verbraucherschutz birgt die Technologie große Potenziale, beispielsweise in der Pharmaindustrie. Mithilfe von RFID und Sensortechnologie lässt sich beispielsweise sicherstellen, dass empfindliche Medikamente korrekt gelagert und transportiert werden. DHL und IBM haben aus diesem Grund gemeinsam den sogenannten Sensor-Tag entwickelt. Mit diesem wird die Temperatur kontinuierlich überprüft und an jedem Punkt der Logistikkette überprüft. Sollte der vorgegebene Temperaturbereich verlassen worden sein, kann der Transport gestoppt und eine neue Lieferung veranlasst werden.
Auch beim Schutz vor Fälschungen spielt RFID zunehmend eine wichtige Rolle. So schätzen Experten, dass weltweit jedes zehnte Medikament gefälscht ist. Siemens hat RFID-Transponder entwickelt, die sich problemlos in Medikamentenverpackungen integrieren lassen. Arzneimittel sind so eindeutig gekennzeichnet und Patienten können vor Imitaten geschützt werden, deren Wirkung lebensbedrohlich sein könnte. Der Schutz von Originalprodukten ist natürlich nicht nur im Pharmabereich von großer Bedeutung, sondern auch im Handel oder bei Ersatzteilen von Autos oder Flugzeugen. Ein besserer Schutz vor Plagiaten bedeutet so auch immer höhere Sicherheit für den Verbraucher.
In der Lebensmittelbranche kann RFID zu größerer Transparenz und damit zum besseren Schutz der Verbraucher beitragen. NXP beispielsweise produziert RFID-Transponder, die Tierzüchter zur Kennzeichnung von Rindern verwenden. Über den Transponder lassen sich jedem einzelnen Tier genaue Angaben über Abstammung und Herkunft, Aufzucht, Futtermittel sowie tiermedizinische Eingriffe zuordnen – von der Geburt bis ins Schlachthaus. Zusätzlich zu diesen Daten können auf dem RFID-Transponder der Fleischverpackungen Informationen zur Verarbeitung und zur Lieferkette hinterlegt werden. Handelt es sich um Transponder mit Temperatursensoren, ist zudem eine lückenlose Überprüfung der Kühlkette möglich. Mithilfe von RFID lässt sich eine betriebsübergreifende Rückverfolgbarkeit sicherstellen. Sollte es zu einem Qualitätsvorfall kommen, können Rückrufaktionen gezielt und schnell erfolgen. Das gilt nicht nur für Frischeprodukte wie Fleisch, sondern auch für Autos oder andere technische Geräte.
Schließlich lassen sich für die Zukunft auch Szenarien vorstellen, in denen Verbraucher selbst Informationen von RFID-Transpondern an einzelnen Produkten abrufen. Aussagen zu Inhaltsstoffen, Produktionsbedingungen oder Herstellungsregion sind zunehmend ausschlaggebend für Kaufentscheidungen – mithilfe von RFID können solche Informationen vom Hersteller oder von spezialisierten Dienstleistern bereitgestellt und von Verbrauchern über ihr Mobiltelefon oder über Lesegeräte im Laden ausgelesen werden.
Verbraucherinformationen unter www.rfidabc.de
Bei der weiteren Verbreitung der RFID-Technologie spielt die Akzeptanz der Endverbraucher eine wichtige Rolle. Im Rahmen eines von der EU durchgeführten Konsultationsprozesses wünschten sich 67 Prozent der Teilnehmer eine verstärkte Aufklärung und Wahrnehmung. Hier ist es zum einen wichtigen, Verbraucher über die Vorteile der Technologie zu informieren. Zum anderen müssen aber auch begründete Bedenken ernst genommen und diskutiert werden.
Das Informationsforum RFID hat für Deutschland mit einer Informationskampagne für Verbraucher eine Vorreiterrolle eingenommen. Seit Oktober 2006 gibt es mit www.rfidabc.de eine eigene Webseite speziell für Verbraucher. Unter dem Leitmotiv „Leben mit neuen Ideen“ finden sie dort Informationen rund um die Technologie und ihre Anwendungsgebiete im Alltag. Von der RFID-gestützten Lebkuchenproduktion bis zum Schutz von Arbeitnehmern in Sicherheitsbereichen wird anhand von Beispielen dargestellt, wie die RFID-Technologie bereits heute in verbrauchernahen Bereichen eingesetzt wird. Ergänzt wird das Informationsangebot durch Hintergrundinformationen zu wichtigen Themen wie z.B. Daten- und Verbraucherschutz beim Einsatz von RFID.





