Informationen rund um RFID für Wirtschaft, Verbraucher und Politik

Produktionssteuerung


Automobilproduktion

Die Automobilproduktion ist heutzutage in hohem Maße automatisiert. Trotzdem besitzen Autos später viele individuelle Merkmale wie Farbe, Motorisierung, Innenausstattung usw. Diese Vorgaben werden zu Beginn der Produktion festgelegt und begleiten den kompletten Entstehungsprozess des Autos. Audi nutzt beim Montageprozess des TT ein RFID-System, bei dem die verwendeten Transponder extrem Hitze beständig und widerstandsfest sind. So können sie auch die Lackierstraße problemlos überstehen. Das System gewährleistet die zielgerichtete und aktuelle Kommunikation von Montageanleitungen und weiteren Informationen an die Roboter im Fertigungs- und Montagebereich. Die Transponder können aus einer Entfernung von 10 Metern ausgelesen werden und sind hitzebeständig bis zu 235 Grad Celsius. Im Produktionsprozess wird der Transponder an insgesamt 80 Prüfpunkten ausgelesen und übernimmt zugleich die Dokumentation.
http://www.rfidjournal.com/article/articleview/3002/1/1/

Versandsystem

Trotz aufwendiger Ausgangskontrolle und hoher Automatisierung kommt es in Versandabteilungen immer wieder zu Fehllieferungen. Diese kosten Geld und wirken sich negativ auf die Kundenbeziehung aus. HP hat für das Unternehmen Carl Zeiss ein RFID-System entwickelt, das den Mitarbeitern im Service- und Versand-Center hilft, Fehler zu vermeiden. Alle zu einer Sendung gehörigen Versandscheine werden dabei in einer Tasche gesammelt, die mit einem wieder verwendbaren Transponder versehen wird. Auf diesem werden alle Auftragsinformationen gespeichert. Der Mitarbeiter im Versand bekommt auf seinem Handlesegerät alle auszuliefernden Packstücke angezeigt. Hat er alle Stücke zusammen und korrekt erfasst, erhält er eine Bestätigung und kann den Auftrag per Knopfdruck abschließen und die Bestellung freigeben. Seit Einführung des Systems konnte die Zahl der Fehllieferungen auf null reduziert und der Versand deutlich beschleunigt werden.
http://www.info-rfid.de/downloads/rfid_perspektiven_06.pdf

Kanban

Das Kanban-Prinzip wurde in Asien entwickelt und beruht auf einem Kartensystem. Beispielsweise werden Bauteile in bestimmten Ladungsträgern geliefert, die jeweils mit einer Karte ausgestattet sind. Ist die Box leer, wird die Karte entnommen und automatisch zur Bestellung einer neuen Box genutzt. Häufig löst allerdings nicht die einzelne Karte eine Bestellung aus, sondern erst eine gewisse Anzahl.
Der Logistikdienstleister Simon Hegele bietet seinen Kunden eine einfache aber sehr effektive Automatisierung dieser Kanbanlösung. Dabei werden wie gehabt die Karten aus den Boxen entnommen und in eine Art Zettelkasten gesteckt. Bislang musste ein Mitarbeiter überprüfen, wie viele sich schon angesammelt haben und im Bedarfsfall über einen PC eine Bestellung aufgeben. In der von T-Systems entwickelten Lösung sind die Karten mit einem Transponder und der Zettelkasten mit einem Lesegerät versehen. Dieses erkennt, ob die richtige Karte eingelegt wurde und löst im Bedarfsfall automatisch eine Bestellung aus. Damit werden der PC und die manuelle Bestellung eingespart. Zudem werden Fehler verringert. Trotzdem mussten die Mitarbeiter keine neuen Prozesse erlernen, sondern können sich wie gewohnt auf ihre Arbeit konzentrieren.
http://www.ec-ruhr.de/pdf/dobry-070904.pdf